München – Das von drei Absolventinnen der Technischen Universität München (TUM) gegründete Startup Circular grain plant mithilfe des Amazon Sustainability Accelerators für Ende des Sommers die Markteinführung seiner Milchalternative Tremi. Das Produkt wird aus Biertreber hergestellt, einem Nebenstrom der Bierproduktion. Zum Start sollen die Varianten Tremi Original und Tremi Barista zunächst im Großraum München über ausgewählte Cafés, den Einzelhandel und Verkostungsaktionen verfügbar sein.

Tremi basiert auf den Getreiderohstoffen, die beim Brauprozess eingesetzt werden und nach dem Brauen als Biertreber zurückbleiben. Das Produkt enthält laut den Gründerinnen dreimal so viel Protein und sechsmal weniger Zucker als herkömmliche Hafermilch. Durch die Nutzung eines bereits vorhandenen Rohstoffstroms verfolgt Circular grain einen kreislauforientierten Ansatz in der Lebensmittelproduktion. Tremi kommt ohne neue Anbauflächen und Importe von Rohstoffen aus, wodurch es einen potenziell geringeren CO2-Fußabdruck hat.

Die Grundlage für Circular grain entstand in einem Studierendenprojekt an der TUM. Mit der Idee, die wertvollen Nährstoffe im Biertreber für die menschliche Ernährung nutzbar zu machen, entwickelten Nathalie Stellwag, Marina Hijano Moreno und Denise Ilogu ein Geschäftskonzept. In den vergangenen zwei Jahren arbeitete das Team daran, Tremi durch Verkostungen mit 1.500 Teilnehmenden und über 250 Iterationen zur Marktreife zu führen. Auf dem Weg konnte Circular grain über 500.000 Euro Finanzierung über Fördermittel und Angel-Investments sichern.

„Es wird viel über Klimawandel und Nachhaltigkeit gesprochen, aber vergleichsweise wenig getan. Für mich war Circular grain die Möglichkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse in eine konkrete Lösung zu übersetzen und damit einen messbaren Beitrag zu leisten“, sagt Marina Hijano Moreno, CTO und Mitgründerin von Circular grain. „Wir nutzen Ressourcen, die bereits vorhanden sind. Mit Tremi machen wir aus Biertreber – der bisher nur wenig für menschliche Nahrungsmittel genutzt wird – eine sehr nährstoffhaltige Milchalternative. Damit möchten wir auch einen Beitrag zu einem kreislauforientierten Lebensmittelsystem leisten. Wir sind sehr stolz, unser Produkt jetzt nach vielen Mühen und Tests auf den Markt zu bringen.“

Circular grain ist eines von neun europäischen Startups, die 2026 am Amazon Sustainability Accelerator teilnehmen. Das Förderprogramm unterstützt junge Unternehmen dabei, nachhaltigere Produkte erfolgreich am Markt zu etablieren. Die Teilnahme ist kostenlos und Amazon erhält keine Unternehmensanteile. Das Programm bietet ein maßgeschneidertes Bootcamp, individuell abgestimmte Inhalte sowie Mentoring durch Amazon-Expert:innen. Die Startups erhalten außerdem Cloud-Gutschriften und technische Unterstützung beim Aufbau und bei der Skalierung ihrer Unternehmen, um Millionen von Kund:innen zu erreichen.

Die Unternehmen der diesjährigen Kohorte fokussieren sich darauf, Nebenprodukte oder Abfälle als Ressourcen für neue Alltagsprodukte zu verwenden. Seit dem Start im Jahr 2022 hat Amazon über 70 Startups und Scale-ups in Europa begleitet.

„Egal ob Brot, Kaffeesatz oder Getreide: jedes dieser Unternehmen schafft aus Abfallmaterialien ein neues Produkt. Abfall wird hier nicht als Problem, sondern als Ressource gesehen. Dieser Perspektivwechsel begeistert uns“, sagt Xavier Flamand, verantwortlich für Amazons Verkaufspartner in Europa.

Tremi Team
v.l.n.r.: Nathalie Stellwag, Denise Ilogu, Marina Hijano Moreno
Photo by Circular grain