Frankfurt am Main – Amazon (NASDAQ: AMZN) und Microsoft Deutschland kündigen ein gemeinsames Projekt zur Wasserrückführung in Hessen an. Das Projekt wird vom NABU (Naturschutzbund Deutschland), Deutschlands ältester und größter Umweltschutzorganisation, gemeinsam mit regionalen Partnern und Behörden umgesetzt. Auf 40 Hektar werden in der Region Vogelsberg natürliche Bedingungen für Feuchtgebiete wiederhergestellt. Als bedeutendes Gebiet für die Wassergewinnung liefert der Vogelsberg einen erheblichen Teil des Frankfurter Trinkwassers. Der NABU setzt das Projekt mit Finanzierung von Amazon und Microsoft um. Unterstützt durch Amazons Beitrag von über 2,9 Millionen Euro wird das Projekt nach Fertigstellung jährlich voraussichtlich mehr als 750 Millionen Liter Wasser in die lokale Grundwasserversorgung zurückführen und damit die Wasserressourcen für die Stadt Frankfurt und umliegende Gemeinden stärken.

Das Projekt ist Amazons dritte Initiative zur Wasserrückführung in Deutschland nach dem Programm zur Leckageerkennung in städtischen Gebieten in Frankfurt mit Shayp und der Renaturierung von Feuchtgebieten im Spessart mit EcoTree (angekündigt im Mai 2026). Zusammengenommen werden durch Amazons Beitrag zu diesen drei Projekten voraussichtlich jährlich mehr als 920 Millionen Liter Wasser an Gemeinden und Ökosysteme in der Großregion Frankfurt zurückgeführt werden. Das Projekt spiegelt die wachsende Erkenntnis im Wassersektor wider, dass die Stärkung der regionalen Wasserresilienz gemeinsames Handeln erfordert. Dabei arbeiten Unternehmen, Umweltorganisationen, Grundstücksbesitzer und Behörden zusammen, um gemeinsame Herausforderungen auf der Ebene der betroffenen Einzugsgebiete zu bewältigen.

Das Projekt trägt zu Amazons Ziel bei, bis 2030 mehr Wasser an Gemeinden zurückzuführen, als das Unternehmen im direkten Betrieb seiner Rechenzentren verbraucht.

„Effiziente Wassernutzung gehört zu unserer Arbeitsweise, aber das ist ein Anfang, nicht das Ziel. Wir wollen aktiv dazu beitragen, die Wassersysteme vor Ort zu verbessern, auf die Gemeinden jeden Tag angewiesen sind. Der NABU weiß, was bei der Renaturierung natürlicher Landschaften funktioniert, und wir sind stolz darauf, dass wir ihn dabei unterstützen, noch mehr davon umzusetzen“, sagt Michael Hanisch, Head of Technology bei AWS Deutschland.

Grundwasserneubildung im Vogelsberg

Der Vogelsberg, die größte zusammenhängende Vulkanregion Mitteleuropas, birgt erhebliches Potenzial für die Grundwasserneubildung. Denn die Grundwasserreserven der Region sind eine zentrale Trinkwasserquelle für die Stadt Frankfurt und umliegende Gemeinden. Da der Bedarf steigt und sich Klimamuster verändern, wird die Wiederherstellung der natürlichen Fähigkeit der Landschaft, diese Reserven aufzufüllen, zunehmend wichtiger für die langfristige Resilienz der regionalen Wasserversorgung. Gleichzeitig wächst in den Gemeinden der Frankfurter Region das Bestreben, die natürliche Fähigkeit der Landschaft zur Wasserspeicherung und -filterung wiederherzustellen. Ziel ist es, die Folgen von Entnahme, künstlicher Entwässerung und intensiver Landwirtschaft rückgängig zu machen.

In Zusammenarbeit mit rund zehn lokalen Grundstücksbesitzern wird der NABU ab 2026 schrittweise insgesamt 80 Hektar Land in den Projektgebieten „Alte Hasel“ und „Eisenbachaue“ bei Herbstein erwerben. Geplant sind außerdem weitere Flächenkäufe bis Ende 2028. Durch bewährte naturbasierte Ansätze werden im Rahmen des Projekts auf 40 Hektar die natürlichen Bedingungen wiederhergestellt. Das umfasst die Entfernung künstlicher Entwässerungssysteme, die Schaffung von Flachwasserzonen und Mulden, die den Wasserabfluss verlangsamen und die Versickerung erhöhen, sowie die Etablierung extensiver Grünlandbewirtschaftung, um Nährstoffeinträge in Gewässer zu verringern. Durchgeführt werden die Arbeiten in Zusammenarbeit mit der Stadt Herbstein und örtlichen Landwirten.

„Seit mehr als 20 Jahren arbeitet der NABU mit Gemeinden im Vogelsberg an der Wiederherstellung natürlicher Wassersysteme. Diese Investition ermöglicht es uns, unsere Initiative deutlich auszuweiten. Das Projekt wird jährlich Hunderte Millionen Liter Wasser in den Boden zurückführen und zugleich Lebensräume für Arten wie das Braunkehlchen schaffen, die aus Deutschlands Tiefebenen verschwinden“, erklärt Ingo Ammermann, Bundesgeschäftsführer des NABU.

„Wasser ist eine gemeinsame Ressource und damit auch eine gemeinsame Verantwortung. Deshalb braucht es Partnerschaften, die lokale Expertise, Wissenschaft und die Möglichkeiten der Privatwirtschaft zusammenbringen. Dass Microsoft und Amazon hier gemeinsam mit dem NABU investieren, zeigt, dass wir als Branche Verantwortung übernehmen und mit konkreten Projekten vor Ort einen messbaren Unterschied machen können“, sagt Christian Schätz, COO von Microsoft Deutschland.

Vorteile für die Artenvielfalt neben der Wasserresilienz

Über den primären Beitrag zur Grundwasserneubildung hinaus wird erwartet, dass das Projekt Lebensräume für Arten schafft, deren Bestände in der Region erheblich zurückgegangen sind, darunter Braunkehlchen, Bekassinen, Bruchwasserläufer und Schnatterenten. Das kühlere Klima der Region macht sie zudem zu einem potenziellen Rückzugsgebiet für Arten, die durch die Erwärmung in umliegenden Tieflandgebieten verdrängt werden. Dieser positive Effekt ist bereits durch vergleichbare NABU-Projekte in der Region belegt. Die Auswirkungen auf die Artenvielfalt werden durch ein jährliches Monitoring von Säugetieren, Vögeln, Insekten, Amphibien und Reptilien zwischen 2028 und 2038 erfasst. Damit werden über mehr als ein Jahrzehnt hinweg Belege zu den ökologischen Ergebnissen des Projekts gesichert.

Teil von Amazons globalem Engagement für verantwortungsvolles Wassermanagement

Amazon hat weltweit mehr als 70 Projekte zur Wasserrückführung angekündigt, die jährlich voraussichtlich mehr als 40 Milliarden Liter Wasser an Gemeinden und Wassereinzugsgebiete zurückführen werden. Von der Leckageerkennung in städtischen Gebieten über die Renaturierung von Feuchtgebieten bis hin zur Steigerung der Bewässerungseffizienz investiert Amazon in Lösungen, die Gemeinden dabei unterstützen, ihre Wasserressourcen nachhaltig zu bewirtschaften.

Über das Wassermanagement hinaus ist Amazon der größte privatwirtschaftliche Abnehmer CO2-freier Energie in Europa mit mehr als 260 Projekten, die mehr als zehn Gigawatt Kapazität in der Region bereitstellen.